Rock the Blog #RTB15 – die Bloggerkonferenz zur CeBIT in Hannover

Die CeBIT in Hannover ist bekannt für Technik, Software und IT-Lösungen auf höchstem Niveau. In diesem Jahr wurde die Branchenmesse für Informationstechnik allerdings um ein weiteres Highlight erweitert. Die Bloggerkonferenz Rock the Blog versammelte gestern private Blogger, Onlineenthusiasten, Agenturen und Unternehmen zu einem modernen Thinktank, auf dem über aktuelle Trends, Do’s and Don’ts der Bloggerei, die Professionalisierung der Bloggerszene und den richtigen Einsatz von Blogger Relations und Corporate Blogs in modernen Kommunikationskonzepten diskutiert wurde. Eine Konferenz wie gemacht für das Team von Marie Laut. Unsere Highlights im Überblick? Here we go!

Rock the Blog Blogger Konferenz 2015 CeBit Hannover

Klaus Eck: Do’s and Don’ts im Content Marketing

Die Keynote zu #RTB15 hielt Klaus Eck, Herausgeber des PR-Bloggers, mit einem Plädoyer für endlich guten Content im Content Marketing. Content Marketing ist aktuell DAS Buzzword aller Marketingstrategen und PR-Profis, wenn es um das Thema Kommunikation im Web geht. Eck sagt, wir müssen endlich aufhören Content Marketing falsch zu definieren. Wir müssen aufhören das Web mit beliebigem Inhalt unterschiedlichster Art zu vermüllen – und endlich beginnen wertvolle, einzigartige Inhalte zu erschaffen, mit denen wir Geld verdienen können.

Was bedeutet das für PR-Spezialisten und Blogger? Als erstes braucht es nach Eck eine genaue Definition von Content Marketing, um Content-Arten zu unterscheiden. So spricht er auch von Paid Content wie Musik oder Nachrichten, Distributed Content, der über Facebook und Co verbreitetet wird, Content, der im Sinne von Werbung genutzt wird und eben von Content Marketing. Doch was ist der Unterschied zwischen Content Marketing und anderem Content?

„Haben Sie schon mal für einen Text 10.000 Euro bekommen?“ fragt Eck ziemlich provokant zu Beginn seines Vortrags. „Warum hat Content keinen Wert von 10.000 Euro, sondern eher einen von 100 Euro?“ Weil er zu beliebig ist, meint Eck und beantwortet seine Frage mit einem Beispiel: „Nehmen Sie das Schlagwort Blogger Relations. Dazu finden Sie so viele beliebige Artikel, Blogparaden und Inhalte, die aber nichts einzigartiges haben.“

"Content ist King? Vergessen Sie das! Content ist noch nicht einmal Queen!"
Klaus Eck, Rock the Blog 2015 CeBIT Hannover

Was aber macht einzigartigen Content aus? Unser Resümee:

  • Jeder Content-Produzent braucht ein Ziel in seiner Content Marketing Strategie: Glaubwürdigkeit!
  • Seid nicht beliebig, sondern produziert einzigartige, wertvolle Inhalte.
  • Bietet Euren Kunden einen Mehrwert, der über bloße Produkte hinaus geht.
  • Positioniere Dich als Experte, indem Du Dir Reputation durch Verlinkung und Empfehlung durch andere Experten erarbeitest.
  • Beschäftige Dich zu 80% mit Inhalten, die auf Dein Markenimage aufbauen und nicht mit Produkten.

Den gesamten Vortrag von Klaus Eck auf der Bloggerkonferenz zur CeBIT gibts auch online zum „nachgucken“.

Panel: Wie macht man Mitarbeiter zu Bloggern?

Auf der Expert Stage diskutierten Pia Stender von Continental, Heike Gehring von MANN + HUMMEL, Stefan Pfeiffer von IBM und Christian Buggisch vom Software- und IT-Dienstleister DATEV mit Moderator Gunnar Sohn darüber, wie man Mitarbeiter in modernen Kommunikationsstrategien zu Corporate Bloggern macht. Interessant: Buggisch von der DATEV ist der Meinung, dass jeder bloggen kann. Darum animiert er seine Mitarbeiter im Unternehmen über unterschiedlichste Themen zu schreiben – in insgesamt drei Blogs für verschiedene Zielgruppen.

Rock the Blog CeBit 2015 Expert Stage

Stefan Pfeiffer von IBM überzeugt mit einer radikalen Einstellung zum Thema bloggende Mitarbeiter. Für ihn ist das Bloggen im Corporate Blog wertvolle Arbeitszeit, die auch von Chefs und Vorgesetzten wertgeschätzt werden sollte.

"Man kann nicht verlangen, dass Mitarbeiter in ihrer Freizeit für das Unternehmen bloggen. Diese Vorstellung ist falsch." Stefan Pfeiffer von IBM

Doch was macht Corporate Blogs eigentlich attraktiv für Leser? Und wer liest solche Unternehmensblogs eigentlich?

  • Zielgruppengenaue Ansprache: Wer liest mich? Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner und zukünftige Mitarbeiter.
  • Wie trete ich auf: Welche Themen spiele ich, was kommt gut bei den Lesern an?
  • Wer schreibt: Mitarbeiter? Marketingverantwortliche? Chefs und Vorstände? Warum nicht alle?

Was die Expertenrunde zeigt: Auch für Corporate Blogs sollte das höchste Ziel sein, die eigene Glaubwürdigkeit zu stärken. Und das funktioniert am besten, wenn auch Menschen im Unternehmen darüber schreiben, die mit den Themen im Alltag auch wirklich zu tun haben. Auszubildende bloggen für Azubis, Ingenieure für Ingenieure, und Vorstände für Geschäftspartner und Investoren. Wichtig: Das Bewusstsein muss dafür geschärft werden, dass auch Bloggen wertvolle Arbeit ist. Das Handwerkszeug wird von allen vier Experten auf Nachfrage gern im Unternehmen vermittelt. „Wir haben in unserem Unternehmen bis jetzt noch kein Thema abgelehnt, über das ein Mitarbeiter bloggen wollte“, sagt Pia Sender von Continental. „Und wenn es mal Fragen gibt, dann helfen wir einfach und unkompliziert weiter.“

Mel Buml: 8 Gründe, warum Ihre Bloggerkampagne floppt!

Einen wundervollen Vortrag zum Thema Blogger Relations – was Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Bloggern beachten sollten – hielt Mel Buml vom Blog GourmetGuerilla.

"Als ich damals mit dem Bloggen anfing, war das eigentlich für mich nur sowas wie ein digitales Jodeldiplom." Mel Buml, GourmetGuerilla

Rock the Blog CeBit 2015 Mel Buml GourmetGuerilla

Heute ist Mel eine erfolgreiche Bloggerin im Bereich Food und Lifestyle und macht klar, dass Unternehmen endlich damit aufhören müssen, Blogger Relations als kostenlose PR einzuschätzen. Viele Unternehmen hätten immer noch kein Gefühl dafür, was Blogger Relations eigentlich sind. „Da wird oft im Unternehmen gesagt, macht mal irgendwas mit Bloggern – und dann wird irgendwas gemacht“, erzählt Mel. Erfolgreich sind solche Aktionen oftmals nicht – und die Frustration ist auf beiden Seiten hoch.

Doch wie werden Blogger Relations erfolgreich? Das haben wir aus Mels Vortrag mitgenommen:

  • Kontaktiert handverlesene Blogs und setzt auf Klasse statt Masse.
  • Überlegt Euch genau, was Ihr Euch von Bloggern wünscht und kommuniziert das klar von Anfang an.
  • Legt endlich die Vorstellung ab, Blogger Relations sind umsonst – und seid bereit, für eine gute Zusammenarbeit auch etwas zu bezahlen.
  • Überlegt bei Eurer Kampagne, was dem Blogger dabei hilft, über Euer Produkt zu berichten – und bietet ihm Infos an, die er nutzen kann, aber nicht muss.
  • Zeigt Verständnis, dass bezahlte Kooperationen auch als solche gekennzeichnet sein müssen, denn Blogs unterliegen genauso rechtlichen Auflagen wie Verlage.
  • Seid kreativ und habt Ideen, die über die normale Zusammenarbeit hinaus gehen. Neue Konzepte könnt Ihr auch gern mit befreundeten Bloggern vorab diskutieren.
  • Und vor allem: Seid freundlich – eigentlich sollte das selbstverständlich sein! Sprecht Blogger so an, wie Ihr selbst angesprochen werden möchten! Das erspart allen Beteiligten Frustration und schlechte Laune.

Wenn Unternehmen die Tipps von Mel beachten, dann können Blogger Relations richtig viel Spaß machen! Versprochen! Wir sagen lieben Dank Mel für den tollen Vortrag und schön, dass wir uns persönlich kennen gelernt haben.

Ibrahim Evsan: Social Trademarks – Moderne Wissens- und Wertevermittler

Warum verzichten so viele Menschen auf ihr Recht zur digitalen Selbstbestimmung im Netz? Dieser Frage ging der Social Media Experte und Onlineenthusiast der ersten Stunde Ibrahim Evsan in seinem Vortrag nach. Er plädiert dafür, Marken im Netz neu zu denken und nicht nur irgendetwas zu machen, weil man es muss. Wer in einem Unternehmen in exponierter Position tätig ist oder Markenkommunikation für seinen Konzern betreibt, der muss auch über seine Identität im Netz nachdenken. Denn eins ist klar: Seit der Professionalisierung von Google und Co analysiert das Web alle Inhalte genau. Wieso sollte man also diese Analyse dem Zufall überlassen, wenn man sich und sein Unternehmen mit geschickten Maßnamen zu einer Marke im Netz machen kann – einer Social Trademark?

"Social Media ist am Ende der Mensch im Netz, der Finger am Smartphone und ganz viel Emotion!" Ibrahim Evsan, Social Trademarks

Evsan macht klar: Das Internet ist eine kalte, von reiner Logik getriebene Maschine, die mit Google Algorithmen  versucht, Inhalte und Informationen zu bewerten und einzuordnen. Der Nutzer ist allerdings der Mensch, der am Ende des Tages vor allem nach Emotion sucht, wenn er mit dem Smartphone in Sozialen Netzwerken surft. Darum versucht Evsan mit den Social Trademarks Marken im Netz zu etablieren, die beiden Ansprüchen gerecht werden – dem Nutzer aber auch der Technik.

Dabei sind Marken für ihn nicht nur Produkte und Unternehmen, sondern auch Persönlichkeiten. Es ist faszinierend, wie wenig sich Menschen mit einer gehobenen Position in Unternehmen und der Gesellschaft Gedanken zu ihrer eigenen Reputation im Netz machen. „Da wird geschrieben und Informationen verbreitet, auf die man keinen Einfluss hat“, so Evsan. Sein Plädoyer: Schützt Euren Namen im Netz und streut gezielte Informationen, um Euch als Marke zu positionieren – denn Google analysiert Euch so oder so. Sich selbst im Netz zu positionieren bedeutet aber nicht, sein Privatleben offen zu legen. Es ist vielmehr der Wunsch mit gezielten Informationen ein Image aufzubauen, bei dem man sich nicht verstellt, aber bei dem man auch nicht sein Privatleben offen legt.

Ibrahim Evsan Rock The Blog Social Trademarks CeBit 2015

Um sich selbst im Netz als Marke zu Positionieren rät Evsan zu Personal Branding:

  • Wer bist Du?
  • Was machst du?
  • Welchen Nutzen bietest Du?
  • Wie positioniert Du Dich?
  • Wer ist Deine Zielgruppe?
  • Wie ist Dein Business-Stil?
  • Warum bist Du glaubwürdig?
  • Welches sind Deine NoGos beim Sharing?
  • Was sind Deine persönlichen Empfehlungen?
  • Wie wirst Du bei Deiner Zielgruppe bekannt?
  • Was willst Du beherrschen, wofür stehst Du?
  • Was willst Du erreichen?

Wer sich Gedanken über seine Darstellung im Web macht (und dabei ist es gleichgültig, ob es sich dabei um eine Marke, einen Blog oder eine Person handelt), der sollte sich auf einen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung einlassen. Denn nur wer sich Gedanken über seine Selbstdarstellung macht und sich aktiv in eine bestimmte Richtung entwickeln möchte, der kann sich selbst zu einer echten, unverwechselbaren Marke machen. Evsan rät auch, seinen Namen im Netz zu schützen. So empfiehlt er beispielsweise, Domains zu besetzten und Nutzernamen frühzeitig zu sichern. „Man muss sie ja nicht alle nutzen, aber es ist sinnvoll, sich seinen Namen zu schützen, damit niemand anderes ihn nutzen kann“, so Evsan.

#RTB15 – eine tolle Konferenz, viele Eindrücke und jede Menge spannende Speaker

Für uns steht fest: Rock the Blog 2015 war ein gelungener Auftakt zu einer Konferenz, die wir auch im nächsten Jahr super gerne wieder sehen wollen! Das Konzept bereichert die Fachmesse CeBIT auf jeden Fall um einen modernen und zeitgemäßen Austausch zwischen Business Professionals und Online Experts. Es war eine tolle Mischung aus privaten Bloggern, Agenturen und Experten aus Unternehmen vor Ort, die das Thema Bloggen und Unternehmenskommunikation auf unterschiedlichste Weise beleuchtet haben. Wir haben super viel nette Leute kennen gelernt, viele tolle Fachvorträge verfolgt und jede Menge neue Ideen für unseren eigenen Blog generieren können.

Marie Laut Blogger Rock the Blog CeBit #RTB15

Ein herzliches Dankeschön für diese gelungene erste Bloggerkonferenz! Wer uns und den anderen Professionals folgen mag, der sucht bei Twitter und Instagram nach dem offiziellen Hashtag #RTB15. Bis zum nächsten Jahr!

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PR-Beraterin und Social Media Nerd, made in Süd-Berlin, liebt das Internet und Public Relations. Ihr Vorname war Inspiration für diesen Blog.

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