PR Karriere – mein Weg in die Public Relations als PR-Beraterin

Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte ich heute eine eigene Praxis und würde von morgens bis abends Haustiere untersuchen. Denn das wollte ich eigentlich nach dem Abitur vor über 10 Jahren machen. Mein Wunschstudium: Tiermedizin. Leider war mein Notendurchschnitt dafür nicht wirklich geeignet und da Tiermedizin an lediglich fünf Universitäten in ganz Deutschland angeboten wurde, waren die Studienplätze sehr rar. Da stand ich nun mit meinen 19 Jahren und musste mir überlegen: Wohin soll es denn beruflich gehen? Welches Studium liegt mir? Was möchte ich gern aus meinem Leben machen?

Praktikum und eine Schnupperphase

Geschrieben habe ich immer schon sehr gern. Bereits als Grundschulkind habe ich mir regelmäßig die alte Schreibmaschine meiner Eltern unter den Nagel gerissen und darauf eigene Kurzgeschichten verfasst. Gut, meine Rechtschreibung war nicht immer optimal, aber die Tendenz gute Texte zu produzieren, die war mir wohl in die Wiege gelegt worden. Darum entschied ich mich nach dem Abitur erstmal bewusst dazu, kein Studium zu beginnen, sondern mich erst einmal ein wenig zu orientieren und mir die Arbeitswelt da draußen anzugucken. Gelandet bin ich dann beim Regionalradio, wo ich zwar nicht investigative Beiträge produzierte, dafür aber ab Tag 1 ein vollwertiges Mitglied im Redaktionsteam war. Bewaffnet mit Micro und Aufnahmegerät musste ich meine erste Straßenumfrage machen und bereits nach zwei Wochen durfte ich meine eigenen Interviews führen, vertonen und auch selber schneiden. Das Gefühl war wirklich toll. Da wusste ich, ich wollte auf jeden Fall journalistisch arbeiten. Also entschied ich mich für ein Studium, das meinen Neigungen und Interessen entsprach und mir eine gute Grundlage für eine Ausbildung im Journalismus bot. Ich ging nach Regensburg und studierte dort Politikwissenschaft, noch nach dem alten Studiensystem mit dem Abschluss Magister Artium.

Studium und viel praktische Erfahrung zwischendurch

Das Studium selbst habe ich vielleicht nicht so schnell geschafft wie andere und mit knapp 10 Semestern vom Einführungskurs bis hin zur Magisterarbeit war ich zwar nicht die Schnellste meines Jahrgangs, dafür habe ich in jeder freien Minute wertvolle Erfahrungen im Berufsleben gesammelt, die ich heute nicht mehr missen möchte. Bewusst hatte ich mich im Sommer 2008 für ein Freisemester entschieden, um über sechs Monate in meiner Heimat Berlin zu arbeiten. Die Arbeit in der Pressestelle des Preußischen Landtags hat mir gut gefallen und mir erstmals gezeigt, dass es neben dem Journalismus auch weitere Berufsfelder in der Kommunikation gibt. Wer sich für eine Mitarbeit in einem Team über ein halbes Jahr entschließt sollte wissen, dass man hier wesentlich mehr lernt, als man auf den ersten Blick denkt. Als wichtiges Mitglied der Pressestelle übernahm ich schnell eigenständige Aufgaben, die mich auch manchmal bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs brachten. Noch dazu arbeitete ich mit zwei Männern zusammen, die mir durchaus Aufgaben hinterließen, für die ich nun wirklich nicht ausgebildet war. Egal: Augen zu und durch! Heute denke ich gern an diese Zeit zurück, an die Höhen und Tiefen des Praktikums und an all die tollen Erlebnisse und Eindrücke, die ich in diesem Sommer gesammelt hatte. Nach dem Praktikum war für mich ziemlich schnell klar, dass mich mein Weg auf die andere Seite des Schreibtischs führen würde und ich lieber in der einer Pressestelle arbeiten wollte als als Journalist. Darum arbeitete ich danach mehrfach in einer Berliner Agentur, die sich auf politische Kommunikation spezialisiert hatte. Bettina Lauer, Inhaberhin der Agentur, hatte ich durch mein vorheriges Praktikum kennen gelernt.

Magisterarbeit – und was nun?

Nach einer schönen Studienzeit konnte ich es allerdings kaum noch erwarten, den Elfenbeinturm hinter mir zu lassen und mit vollen Zügen in die Arbeitswelt einzusteigen. Allerdings war dieser Schritt einmal mehr leichter gesagt als getan. Denn was einem keiner verrät: Hast Du erstmal den Studienabschluss in der Tasche, musst Du Dich für den richtigen Einstieg in das PR-Business und die PR Karriere entscheiden. Da PR-Berater kein offiziell anerkannter Ausbildungsberuf ist, führen hier viele Wege nach Rom. Studium, Kompaktkurs, Traineeship oder Volontariat – ja sogar als Quereinsteiger kann man zum PR-Berater werden. Auch das klassische Redaktionsvolontariat kann ein Einstieg sein. Mir war ziemlich schnell klar: Wenn, dann möchte ich ein Volo und eine ganz klassische Ausbildung erhalten. Fast hätte ich bei einer Automobilzeitschrift in Köln als Redakteur angefangen, doch dann stieß ich durch eine Anzeige auf die offene Volontariats-Stelle einer Agentur, die zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen PR-Volontär suchte und das auch noch 30 Kilometer vom Wohnort meiner Eltern entfernt. Ich versuchte mein Glück und bekam die Stelle. 18 Monate später hatte ich eine fundierte Ausbildung mit allem, was man als PR-Beraterin wissen musste.

PR-Beraterin in einer Agentur – wohin führt der Weg in der PR Karriere?

Inzwischen bin ich als vollkommen eigenständige Beraterin in der Agentur angestellt und habe auch den leidigen „Junior“ vorm PR-Berater verloren. Wenn ich an meine Volontariatszeit zurückdenke, vermisse ich oft die Bequemlichkeit sich für Dinge Zeit lassen zu können und auch mal etwas ausprobieren zu dürfen. Denn wenn Ihr Euch für ein PR-Volontariat entscheidet, dann achtet sehr genau darauf, was Euer Aufgabenfeld umfasst. Eine gute Agentur wird Euch immer einen erfahrenen Berater als Paten zur Seite stellen, denn nur so stellt man sicher, dass Ihr langsam in Aufgaben hineinwachst. Das bedeutet nicht, dass Ihr nicht mega kreativ sein dürft oder auch gern mal neue Ideen in einer Abteilung einbringen könnt! Es sollte eigentlich Eurer gutes Recht sein dürfen, auch mal Out-Of-The-Box zu denken, Eure Fähigkeiten zu testen und weiter zu entwicklen. Auch wenn das Gehalt während des Volontariats nicht allzu hoch ist, könnt Ihr Euch doch darauf berufen, dass Ihr als Berater in Ausbildung noch keine Budgetverantwortung für Kunden übernehmen müsst – das dürft Ihr bei einer erfolgreichen PR-Karriere danach noch oft genug. Habt Ihr erstmal das Volontariat hinter Euch gelassen, solltet Ihr als Junior-Berater auch erst kleinere Projekte eigenverantwortlich planen, budgetieren, durchführen und kontrollieren. Dabei lernt Ihr ziemlich schnell, dass Spaß und Effizienz im Job meist fiese Gegenspieler und teilweise unvereinbar sind. Denn so spannend ein Job auch immer ist – habt Ihr nicht genügen Budget, klopft Euch irgendwann der Controller auf die Finger!

Für mich selbst war die Entscheidung in eine Agentur zu gehen genau richtig! Denn hier kann man mit einem tollen Team viele kreative und spannende Projekte für unterschiedlichste Kunden etablieren. Dennoch: Die Agentur ist für mich nicht das letzte Ziel, denn auch als Beraterin in einer Agentur verdienst Du immer weniger als die Kollegen in ähnlichen Positionen in Wirtschaftsunternehmen. Wenn Du aber kreative Arbeit und ungewöhnliche Ansätze genauso liebst wie ich, wird irgendwann der Schritt zur eigenen Agentur Dein höchstes Ziel sein!  Und seien wir doch mal ehrlich: Es ist schon irgendwie cool das „CEO“ auf der Visitenkarte zu haben, oder? In diesem Sinne „Sei immer Du selbst! Außer Du kannst ein Einhorn sein!“ und arbeite an Deiner PR Karriere!  🙂

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PR-Beraterin und Social Media Nerd, made in Süd-Berlin, liebt das Internet und Public Relations. Ihr Vorname war Inspiration für diesen Blog.

"The only place success comes before work is in the dictionary."
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