Blog hosting: Der Weg zum ersten, eigenen Blog – ein Selbstversuch

Wie um Himmelswillen kommt man eigentlich auf die bekloppte Idee und realisiert seinen ersten, eigenen Blog? Zuviel Freizeit? Keine Freunde? Stockholmsyndrom? Oder einfach nur wahnsinnig viel Leidenschaft für seinen Beruf? Bei den Machern von Marie Laut trifft definitiv letzteres zu – wobei, ganz von der Hand zu weisen sind die anderen Gründe vielleicht auch nicht (Achtung *IRONIE*).

Doch was muss man eigentlich alles beachten, wenn man das Projekt eigener Blog in Angriff nimmt? Wir zeigen es in unserem Selbstversuch.

 

Hosting: Selber hosten oder Bloggerplattform nutzen?

Die erste Entscheidung, die Ihr für Euch treffen müsst, betrifft die Art, die Euer Blog haben soll. Wenn Ihr noch unerfahren seid und vielleicht noch gar nicht wisst, ob das mit dem Bloggen so Euer Ding ist, empfehlen wir Euch definitiv die Nutzung einer Bloggerplattform. In dieser Community könnte Ihr Euch ähnlich wie bei Facebook und Co einen eigenen Account anlegen. Mich hat das Ganze ein wenig an MySpace erinnert. Auf der Plattform konnte man sich damals kinderleicht ein Profil erstellen, das ganze mit HTML Layouts sogar customizen und viele nette Gadget per Quellcode einfügen,

Die bekanntesten Bloggerplattformen sind blogger.de, blogger.com, blog.de und wordpress.com. Der Vorteil einer Hostingplattform liegt klar auf der Hand: Es ist sehr einfach umzusetzen und erfordert kaum technisches Know-how, es ist in den meisten Fällen vollkommen kostenlos und Du gehst auch keinerlei Sicherheitsrisiko ein, da Du Dich nicht um Software-Updates und Maleware sorgen musst.

Der Nachteil von Hostingplattformen jedoch ist nicht unerheblich, besonders, wenn Du Deinen Blog professionell aufziehen möchtest. Blogs, die innerhalb von Blogger-Communities existieren, sind eigentlich keine eigenen Website, d.h. Du hast in der Regel immer eine URL, die mit der Hostingplattform in Verbindung steht (zum Beispiel wordpress.domain.de). Das wirkt sich natürlich negative auf Dein Googleranking aus. Du kannst bei einigen Plattformen auch eine eigene URL mieten (für ein paar Euros im Monat), allerdings wird diese Domain von Google dennoch nicht wie eine eigenständige Domain im Web gewertet. Darüber hinaus ist gerade bei Blogger-Plattformen die Individualität sehr begrenzt. Du kannst zwar zwischen vielen Layouts – sogenannten Themes – wählen, hast aber keinerlei Möglichkeit eigene Plug-Ins hinzuzufügen. Bietet die Bloggerplattform das von Dir gewünschte Plug-In nicht an, hast Du keine Möglichkeit es in Deinem Blog zu integrieren. Darüber hinaus hast Du bei kostenlosen Plattformen immer den Nachteil, dass Du nur einen begrenzten Speicherplatz zur Verfügung hast. Du kannst zwar für Deine Bilder, Videos usw. Space dazu buchen, allerdings wird es dann auch schon recht kostspielig.

Eine echte Alternative zu Hostingplattformen ist es, den eigenen Blog einfach selbst zu hosten. Das haben wir im Fall von Marie Laut auch so gemacht. Was Du dafür brauchst? Erst einmal ein wenig Webspace, den Du bei unterschiedlichen Anbietern mieten kannst. Die Preise liegen bei 1,50 bis zu 10 Euro pro Monat. Und Du benötigst ein CMS (Content Management System).

 

Selber hosten? Was muss ich beachten?

Hat man sich fürs eigene Blog hosting und die Freiheit alles selber machen zu „müssen“ entschieden, sollte man sich zuallererst auf dem Markt umschauen. Es gibt einige gute Angebote von Webhosting-Anbietern, die einem für ein paar Euros im Monat Webspace zur Verfügung stellen. Wir hatten bei unserer eigenen Suche erst all-inkl.com ins Auge gefasst, bekamen aber dann die Empfehlung bei domainfactory zu hosten. Das taten wir auch. Im Grunde reicht bereits wenig Webspace aus, wenn man lediglich ein Blog-CMS aufsetzten möchte. Wir haben uns für 5 GB entschieden, im Grunde würde jedoch wahrscheinlich auch schon 1 GB reichen. Da wir WordPress als CMS favorisierten, brauchten wir zusätzlich zu unserem Webspace die Option für dynamische Inhalte wie PHP, Perl und MySQL, da WordPress eine Datenbank benötigt, um Bilder, Videos usw. hochladen zu können.

Die Registrierung ging kinderleicht, innerhalb von 24 Stunden war ich Besitzerin von eignem Webspace! Bereits beim Registrierungsprozess hatte ich die Möglichkeit meine Wunsch-URL auszusuchen und für meinen Webspace zu buchen. Dabei musste ich mindestens eine wählen, weitere Adressen können jederzeit zugebucht werden. Eine URL kostet je nach Endung zwischen 0,50 und 1,45 Euro pro Monat. Nach knapp 24 Stunden war unsere URL im Web zu finden und ich konnte mich mit meinen Daten einloggen. Im Benutzer-Backend meines Webspace kann ich Email-Adressen verwalten, auf die CMS Installationen zugreifen und sogar einen eigenen FTP-Server verwalten, auf dem ich Daten bereitstellen kann.

 

Content Management System – WordPress.org

WordPress ist das wohl am häufigsten verwendete CMS im Bereich von Blogs. Es ist als Open Source Software kostenlos verfügbar und wird immer wieder verbessert. WordPress besitzt viele Schnittstellen, an die bestehende Plug-Ins oder selbstgeschriebene Programme angedockt werden können. WordPress selbst kann in der Basis-Installation sehr schnell aufgesetzt oder eben mit viel Herzblut und Geduld individuell verändert werden. Je individueller Du Dein WordPress-CMS veränderst, desto schwieriger werden die von WordPress bereitgestellten Standard-Aktualisierungen. Daher haben wir uns für eine Standardinstallation entschlossen, die wir mit ein paar Sicherheits-Plug-Ins ergänzt haben. Der Vorteil: Wir können ziemlich leicht alle Updates ohne große Schwierigkeiten selbst aktualisieren, ohne Angst haben zu müssen, dass ein Update uns das CMS „zerschießt“. Geholfen hat uns bei der Installation ein Kollege aus unserer IT – noch einmal vielen Dank dafür!

 

Design und Layout – WordPress bietet tausende Themes

Sobald die Installation steht, geht es darum, dem Blog auch ein hübsches Layout zu geben. Natürlich gibt es ganz individuelle Möglichkeiten, seinen Blog selbst zu gestalten. Da wir allerdings nicht über die besten Webdesign-Skills verfügen, haben wir uns mit einem Theme „von der Stange“ beholfen. Unter WordPress.org/themes findet Ihr einen Haufen an meist kostenlosen Layouts für Euer WordPress, die Ihr ganz einfach herunter laden könnt. Sucht nach Möglichkeit gleich ein Theme aus, dass bereits von vielen Usern gut bewertet worden ist (dort seid Ihr sicher, dass Ihr regelmäßige Updates erhaltet) und das ebenfalls gleich responsive ist. Als Response Webdesign bezeichnet man Layouts, die sich je nach Besucher an das genutzte Endgerät anpassen. Das bedeutet, Response Design ist nicht eine starr angeordnete Website, sondern besteht aus vielen, sich anpassenden Elementen, die sich je nach genutztem Endgerät so anordnen, dass die Website optimal auf dem Gerät angezeigt wird. Das erleichtert die Nutzung für Eure Besucher enorm und macht gerade bei einem Blog sehr viel Sinn, denn so haben Eure Lesern immer gleich das richtige Format zur Hand, um Eure Beiträge lesen zu können.

Für einen unverwechselbaren Look, der vor allem einheitlich ist, empfehlen wir Euch aber nicht komplett auf eigenes Design zu verzichten. In unserem Fall haben haben wir uns nach langer Recherche in doofen Bilddatenbanken dazu entschieden, uns ein eigenes, unverwechselbares Headerbild für den Blog erstellen zu lassen. Unser Dank geht in diesem Fall an einen unserer tollen Kollegen aus der Agentur, der uns in wenigen Stunden ein so tolles Design gemacht hat, das wir nun auch auf den Social Media Präsenzen unseres Blogs nutzen können. Tausend Dank!

 

Social Media und Google Analytics

Der letzte Schritt zum ersten eigenen Blog hat im Grunde schon nichts mehr mit dem Blog an sich zu tun. Nach der Installation und dem optischen Finetuning solltet Ihr Euch überlegen, in welchen Kanälen Ihr Euren zukünftigen Content streuen wollt. Denn nur, weil Ihr jetzt Euren eigenen Blog habt, liest ihn nicht unbedingt sofort die ganze Welt. Richtet Euch in unterschiedlichen sozialen Netzwerken Seiten ein und bespielt diese regelmäßig mit Eurem Content. Ganz wichtig: Richtet Euch ein kostenloses Google Analytics Konto ein. Alles, was Ihr dazu benötigt, ist ein Google Account und ein wenig Know-how. Ihr könnt Google Analytics entweder direkt mit Eurem WordPress-CMS verknüpfen (im Quellende) oder Ihr nutzt auch hierfür ein WordPress-Plug-In. Einige WordPress-Themes verfügen sogar über eine eingebaute Funktion für Google Analytics. Mit Analytics habt Ihr Eure Nutzerzahlen genau im Blick: Ihr seht, wie viele Leute Euren Blog besuchen, seht wie lange sie auf Eurer Website bleiben und wie viele Seiten sie aufrufen oder woher die Leute kommen. So könnt Ihr optimieren, reagieren, umdenken – und könnt Analytics als Controlling-Tool nutzen. Aber bitte vergesst nicht: Weist im Blogimpressum darauf hin, dass Ihr Google Analytics zur Auswertung der Website nutzt, dazu seid Ihr rechtlich verpflichtet. Ihr solltet grundsätzlich auch ein Impressum einrichten, damit jeder im Zweifelsfall weiß, wer für den Online-Auftritt verantwortlich ist.

 

Soweit so gut! Alles klaro? Dann ganz viel Freude, starke Nerven und Erfolg mit Eurem ersten eigenen Blogprojekt! Falls Ihr Feedback, Anregungen oder Ideen zum Bloghosting habt, dann hinterlasst uns einen Kommentar. Wir sind gespannt, welches Projekt Ihr bereits realisiert habt oder gerade im Moment realisiert. #internetshit2015

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PR-Beraterin und Social Media Nerd, made in Süd-Berlin, liebt das Internet und Public Relations. Ihr Vorname war Inspiration für diesen Blog.

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8 thoughts on “Blog hosting: Der Weg zum ersten, eigenen Blog – ein Selbstversuch

  • 26. Mai 2016 um 15:01
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    Toller Artikel über das Hosting von Webseiten. Ich denke, dass viele Neulinge sich zuerst für eine kostenlose Variante entscheiden. Später merkt man schon, dass man oft sehr eingeschränkt ist und mit Paid-Hostern besser arbeiten kann. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Webgo gemacht.

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  • 1. August 2016 um 16:19
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    Cooler Beitrag! Der richtige Webhosting Anbieter ist auch ausschlaggebend. Weiter so!

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  • 7. August 2016 um 13:17
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    Ich denke wenn man von vornherein einen guten Paid-Anbieter wie http://www.wp-webhosting.de wählt kann man nichts falsch machen. Die Kosten inkl. einer Domain betragen im kleinsten Tarif gerade einmal 28€ pro Jahr. Habe dort bisher nur gute Erfahrungen sammeln können und nie Probleme gehabt.

    Antwort
  • 17. Oktober 2016 um 21:41
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    Guter Artikel für Blogneulinge. Elementar für den Erfolg eines Blogs ist aber auch sein Name (also die URL, die man sich beim Hoster aussuchen kann). Er sollte möglichst kurz, prägnant und leicht zu merken sein. Man sollte da meiner Erfahrung nach auch nicht allzu „kreativ“ sein. Wichtig ist, dass man idealerweise anhand des Blognamens auch schon einen Hinweis auf die Inhalte bekommt. Was sonst noch alles wichtig beim Aufbau eines eigenen Blogprojekts ist, erklärt dieser Artikel ganz gut: https://www.onlinesolutionsgroup.de/blog/checkliste-wie-erstelle-ich-einen-erfolgreichen-blog/

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  • 14. November 2016 um 11:45
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    Hallo Celine!
    Man bekommt für’s Hosting ja viele (gut gemeinte) Tipps – einfach aus den Erfahrungen, die einzelne Freunde und Bekannte gemacht haben. Eine andere, vielleicht etwas objektivere Möglichkeit, sich zu informieren, sind Vergleiche, am besten solche, die auf WordPress spezialisiert sind. Hier habe ich so einen gefunden: http://www.top-wp-hosting.de/wordpress-hosting-vergleich/
    Du hast dich ja ganz offenbar schon entschieden 🙂 Aber vielleicht ist das eine Hilfe für diejenigen, die das Gleiche vorhaben und auch hierherkommen.
    Viele Grüße!
    Jens

    Antwort
  • 9. Februar 2017 um 10:21
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    Der Weg zum ersten eigenen Blog ist sicher kein leichter und sollte gut durchdacht sein. Sonst ärgert man sich am Ende, wenn das Endprojekt nicht so aussieht und funktioniert, wie man sich das vorgestellt hat. Es beginnt bereits mit der richtigen Wahl des Webhosters. Hier sollte man sich immer Expertenmeinungen anhören, auf die man sicher vertrauen kann. Für die Schweiz gibt es übrigens auch neutrale Webhosting Vergleichsportale. Danke für diesen tollen Beitrag! 😉

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  • 15. Februar 2017 um 12:55
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    Ein korrektes Impressum ist wirklich ganz wichtig ( Name, Postanschrift), sonst kann eine Abmahnung drohen. Ich denke auch, dass es mittlerweile zahlreiche gute Webhosting Anbieter auf dem Markt gibt. Sicher hat der eine diese Vorteile und beim nächsten spart man vielleicht ein bisschen mehr. Unterm Strich wollen doch alle konkurrenzfähig bleiben und ziehen früher oder später mit ihren Leistungen nach. Trotzdem ist ein neutraler Vergleich natürlich sehr wichtig. Schliesslich möchte man sich wenn ja auch für den besten Webhoster entscheiden.

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  • 2. Mai 2017 um 19:59
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    Hallo ihr zwei,

    vielen Dank für den tollen und übersichtlichen Artikel! Schon beim Lesen gingen einige Lichter bei mir an.

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